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Transparenz im Cannabis-Markt von Marokko – ein Einblmit Omar Sefraoui

August 23, 2022 | Category : Partner & Kunden | Posted By : Deon Maas

Im Mai 2021 genehmigte Marokko mit 119 zu 48 Stimmen den Anbau von Cannabis für medizinische, industrielle und kosmetische Zwecke. In unserem Länderreport über Marokko (lesen Sie ihn hier) haben wir uns die Regeln und Vorschriften für den legalen Cannabisanbau angeschaut, wer ihn betreiben darf und wo er stattfindet.

Um unseren Kunden ein umfassenderes Bild zu vermitteln, führten wir ein Interview mit Omar Sefraoui von les Chanvrières Industrielles du Maroc. Omar, der seit langem im Hanf- und jetzt auch im Cannabisanbau tätig ist, teilte mit uns einige Gedanken darüber, wie die Dinge in Marokko nur ein oder zwei Monate nach dem Start funktionieren.

Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihren Hintergrund.

Ich baue seit 2009 Industriehanf an und im gleichen Jahr habe ich an einer ministeriellen Kommission teilgenommen und auch mein Unternehmen Chanvrières Industrielles du Maroc gegründet. Ich bin sowohl Geschäftsmann als auch Landwirt, denn ich betreibe auch das Unternehmen HempSeed Morocco, das marokkanisches Saatgut entwickelt.

Wie funktioniert die Geschäftsstruktur Ihres Unternehmens?

Derzeit bin ich alleiniger Anteilseigner in allen meinen Geschäften, aber ich plane, mich bald für Investoren zu öffnen.

Auf welche Probleme sind Sie am Anfang gestossen?

Das Thema Cannabis war in Marokko ein Tabu. Den Menschen in unserem Umfeld fehlte es an Wissen zu diesem Thema.

Hatten Sie irgendwelche Vorkenntnisse über Landwirtschaft oder Anbau?

Ich komme aus einer landwirtschaftlichen Familie. Meine Familie baut Avocado, Papaya, Granadilla und andere Früchte an.

Können Sie etwas zum bisherigen Erfolg des Projekts sagen?

Es geht gut voran, seit die Vorschriften in Marokko in Kraft getreten sind.

Die meisten Produzenten beklagen sich über unrealistische Erwartungen in ihrem Umfeld. Ist das auch bei Ihnen der Fall?

Ja. Ich habe das gleiche Gefühl, wenn ich die Marktentwicklung sehe, vor allem in der Industriehanfbranche.

Wie sehen Sie den zukünftigen Erfolg des Unternehmens – für sich selbst, für Marokko und für die Branche weltweit?

Der Hanfsektor boomt weltweit und wird weiter florieren, solange die Innovation vorhanden ist. In Marokko ist das anders, weil es in erster Linie eine soziale Frage ist und es keine klare Politik für Industriehanf gibt. Aber wir betreiben Lobbyarbeit, um ein Ökosystem rund um Industriehanf zu schaffen.

Hatten Sie anfangs Probleme mit der Bürokratie?

Die Probleme mit der Bürokratie dauern an. Wir wollen in andere Regionen gehen, in denen Industriehanf angebaut werden kann (Anm. d. Red. – in Marokko ist der Anbau von Hanf und Cannabis auf bestimmte Provinzen beschränkt, mehr dazu in unserem Länderreport)). 

Ist das Verständnis für Ihre Arbeit gewachsen?

Wir haben noch keinen wirklichen Einstieg in unsere Aktivitäten gefunden. Das Gesetz ist erst vor einem Monat in Kraft getreten, es ist also noch sehr neu.

Hört die Regierung auf die Rückmeldungen?

Ja, sie hört zu, aber sie ist auch mit anderen Notfällen beschäftigt.

Wird das Unternehmertum von der Regierung gefördert?

Absolut ja, aber nicht genug, um den Industriehanf in Marokko florieren zu lassen. Wir arbeiten daran, das Interesse am Anbau von Industriehanf in Marokko zu zeigen und Hanf in verschiedenen Rohstoffen wie Plastik und Textilien zu ersetzen.

Die Entwicklung der Industrie ist sehr wichtig für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Um mehr darüber zu erfahren, wie das Geschäft in Marokko funktioniert, lesen Sie hier.  

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