News

Global CannaVigilance Cannabis Newsletter 2022 / 1

Januar 05, 2022 | Category : Global CannaVigilance | Posted By : Deon Maas

Malta: Regierung legalisiert, Opposition kritisiert

Malta ist das erste Land in der EU, welches den Konsum von Marihuana zu Freizeitzwecken legalisiert und somit Luxemburg und Portugal überholt hat. Wie die Times of Malta berichtet, hat das maltesische Parlament das Gesetz über den verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis mit 36 zu 27 Stimmen verabschiedet. Der Besitz von bis zu sieben Gramm Cannabis wird für Personen ab 18 Jahren legal sein. Zusätzlich wird es erlaubt sein, bis zu vier Cannabispflanzen zu Hause anzubauen, wobei bis zu 50 g des getrockneten Produkts gelagert werden dürfen. Die Legalisierung ist jedoch nicht ohne Probleme verlaufen. Die maltesische Psychiatrievereinigung hat eine Gegenkampagne gestartet, ebenso wie eine Gruppe von 57 kirchlich geführten Institutionen und Nichtregierungsorganisationen. Die oppositionelle Nationalistische Partei hat die Reform kritisiert und behauptet, sie werde den Drogenkonsum im Land „normalisieren und steigern“. Die maltesische Vereinigung für Psychiatrie hat nun eine Reihe von Forderungen aufgestellt, unter anderem die Anhebung des Alters für den legalen Konsum von 18 auf 25 Jahre und „eine gut finanzierte Kampagne für die Gesundheit der Nation, mit einem großen Anstoß zur Förderung von regelmäßigem Sport, Kunst und Musik in Schulen“.

Soylent Green

Burger King hat uns den Fleisch-Burger gebracht, der kein Fleisch war. Jetzt will BioHarvest Science uns Cannabis geben, das kein Cannabis ist, wie das Forbes Magazine berichtet. Das Unternehmen behauptet, dass eine neue Technologie es ihnen ermöglicht, Vollspektrum-Cannabis zu produzieren, ohne die Pflanze selbst anzubauen. Die besagte Biomasse wurde mithilfe der firmeneigenen BioFarming-Technologieplattform erzeugt, die es ermöglicht, natürliche Pflanzenzellen in Bioreaktoren zu züchten. Die Biomasse von BioHarvest ist in der Tat ein Vollspektrumprodukt, d. h. sie enthält die meisten (wenn nicht sogar alle) chemischen Verbindungen, die in herkömmlichem Cannabis vorkommen.

Die deutsche Ampel steht (vorerst) auf Rot

Die Freude der deutschen Cannabiskonsumenten und -anbauer über die so genannte Ampelkoalition, die im November 2021 die Nachfolge Merkels angetreten hat, könnte nur von kurzer Dauer sein, da die drei Parteien (die sich alle über die Legalisierung von Cannabis für Erwachsene einig sind) beschlossen haben, dass das Thema keine Priorität hat und daher nicht im Schnellverfahren durchgesetzt werden soll. Die FDP ist der Meinung, dass „der Kampf gegen die Pandemie Vorrang hat“ und die SDP sagte, dass „es derzeit kein guter Zeitpunkt für ein Cannabisgesetz ist.“ Dies berichtet die Berliner Zeitung.

Der Ursprung der Spezies

Für diejenigen, die sich für die Frühgeschichte von Cannabis interessieren, hat Science Advances recherchiert und ein paar nächtliche Diskussionen geklärt. (Spoiler-Alarm) Cannabis sativa wurde erstmals in der frühen Jungsteinzeit in Ostasien domestiziert, und alle heutigen Hanf- und Drogenzüchtungen entstammen einem Genpool von Vorfahren, der heute durch verwilderte Pflanzen und Landrassen in China vertreten ist. Auf der Grundlage von Verbreitungsdaten und archäobotanischen Daten wird häufig eine weitläufige Region, die sich von Westasien über Zentralasien bis nach Nordchina erstreckt, als Ursprung der Kultivierung der Pflanze vermutet, wobei ihre spätere weltweite Verbreitung mit einer kontinuierlichen künstlichen Selektion und umfangreichen Hybridisierung zwischen lokal angepassten, traditionellen Landsorten und modernen kommerziellen Kultursorten zusammenfällt. Die illegale Drogenzüchtung und die Neigung der heimischen Pflanzen, zu verwildern (und sich möglicherweise mit ihren wilden Vorfahren zu vermischen), haben dazu beigetragen, dass sich die Geschichte der Domestizierung dieser Art nur schwer rekonstruieren lässt.

Ratschläge des Ältestenrats

Der Anbau von legalem Cannabis wird derzeit in der ersten Generation betrieben, und das bedeutet, dass es keine älteren Staatsmänner gibt, die als Ratgeber und Gurus dienen könnten. Wissen ist Mangelware und die Wissenden wollen ihr Fachwissen meist nicht weitergeben, falls der Schüler dereinst den Lehrer übertrifft. Wenn wir also über etwas stolpern, das auch nur ansatzweise lehrreich ist, werden wir hellhörig und nehmen es zur Kenntnis. Hier sind einige Tipps vom Rolling Stone, einem Magazin, welches traditionell eher mit dem Konsum von Cannabis als mit dessen Anbau in Verbindung gebracht wird.

Die Thais beginnen sich zu entspannen

Thailand, ein Land, das für seine drakonischen Drogengesetze bekannt ist, welche sogar die Todesstrafe vorsehen, hat ebenfalls langsam damit begonnen, seine Cannabisgesetze zu lockern. Wie in vielen anderen Entwicklungsländern wird dies damit begründet, dass die lokalen Kleinbauern davon profitieren, die ländliche Wirtschaft angekurbelt wird und Geld in die Staatskasse fließt. Die Bangkok Post bietet diesen erfreulichen Einblick. Darüber hinaus plant die Abteilung für traditionelle und alternative thailändische Medizin, lokale Cannabissorten als nationales Kulturgut registrieren zu lassen, um anschließend die Anerkennung durch die Unesco zu beantragen. Dieser Schritt soll dazu beitragen, die Pflanze nicht mehr als illegale Droge im Sinne des ursprünglichen Antidrogengesetzes zu stigmatisieren.

Kleine Landwirte wachsen nicht

Kleinanbauer in Kalifornien beklagen sich, dass sie aufgrund der Gesetzgebung am Rande des Bankrotts stehen. Die Großproduzenten produzieren zu viel, was zu einem enormen Preisverfall geführt hat, während die Anbausteuer gleich geblieben ist. Das bedeutet eine viel geringere Gewinnspanne. Nach Angaben von CBSlocal haben sich einige der neuen Vorschriften in der Praxis nicht bewährt und zu einem Anstieg des Erwerbs von illegal angebautem Marihuana geführt. Von den ursprünglich 10 000 kleinen Anbaubetrieben sind nur noch 2 000 übrig geblieben.

Tschechen werden moderater

Eine Änderung der Gesetze für medizinisches Marihuana in Tschechien wird zu einer entspannteren Haltung gegenüber ärztlichen Verschreibungen und zu mehr Anbaumöglichkeiten für Landwirte im Land führen. Zum ersten Mal dürfen Privatpersonen, die aus medizinischen Gründen Marihuana konsumieren möchten, ihr eigenes Cannabis anbauen. Jedes Produkt mit einem THC-Gehalt von weniger als 1 % wird nicht als Suchtmittel betrachtet und fällt daher nicht unter die Drogengesetze.

Das Geschäft ist rückläufig

Der American Cannabis Operator Index beendete das Jahr 2021 mit seinem zehnten Rückgang in Folge und fiel um 6,8 % auf 44,75. Der Rückgang von 23,4 % im vierten Quartal folgte auf einen Verlust von 22,8 % im dritten Quartal. Nach einem Anstieg von 45,7 % im Jahr 2020, als er bei 63,05 endete, fiel der Index im Jahr 2021 um 33,9 %. Im Dezember umfasste der Index 22 Unternehmen – 6 Unternehmen verzeichneten Zuwächse, während 4 Unternehmen im Laufe des Monats um mehr als 20 % zurückgingen, wobei die mittlere Rendite bei -10,5 % lag.

NFT vs. Cannabis

Der Nasdaq Aktienmarkt ist eine amerikanische Börse mit Sitz in New York City. Sie steht hinter der New Yorker Börse an zweiter Stelle auf der Liste der Börsen, gemessen an der Marktkapitalisierung der gehandelten Aktien. Kürzlich wurde dort ein Artikel veröffentlicht, in dem die Möglichkeiten, mit NFT-Aktien Geld zu verdienen, mit denen von Cannabisaktien verglichen wurden. Die Cannabisbranche ist viel weiter entwickelt als der NFT-Markt, so dass es für Anleger viel mehr Möglichkeiten gibt, sich an ihr zu beteiligen, und sie kommen zu dem logischen Schluss, dass Cannabis die bessere Option ist.

Impfstoffhersteller investiert in Cannabis

Am 13. Dezember erwarb der Pharmariese Pfizer das Biotech-Unternehmen Arena Pharmaceuticals, ein Unternehmen, das bei der Erforschung von Magen-Darm-Erkrankungen mit Cannabis Pionierarbeit leistet. Pfizer ist nicht das erste Pharmaunternehmen, welches in das medizinische Potenzial der Marihuanapflanze investiert, aber es ist bisher das größte. Das multinationale Unternehmen mit Sitz in New York City besitzt die Mehrheit der Vermögenswerte im Wert von 167 Milliarden Dollar und ist einer der drei großen Hersteller von Covid-19-Impfstoffen.

Ein Blick nach Down Under

Australien hat lange Zeit nicht über Cannabis berichtet und sich stillschweigend dem Sonnenschein gewidmet, während der Rest der Welt einfriert. Der australische Sender ABC hat einen Überblick über die Entwicklungen auf dem Markt für den Anbau zu medizinischen Zwecken, die Möglichkeiten der Gesetzgebung und die Erwartungen der Branche für das nächste Jahr gegeben.

Newsletter Sign-up

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.